Depression

 

Depression wird auch als die Krankheit mit den tausend Gesichtern bezeichnet. Nicht jeder depressive Mensch sitzt traurig und antriebslos in der Ecke. Es gibt Menschen, die bei einer Depression rastlos umherlaufen und nicht zur Ruhe kommen. Es gibt andere, die dauerhaft massive Kopf- und Rückenschmerzen haben und nicht auf die Idee kommen, dass eine Depression dahintersteckt. Und es gibt wieder andere, die von massiven Panikattacken und Schlafstörungen heimgesucht werden, während manche tatsächlich ohne Antrieb und schwermütig sich zu nichts mehr aufraffen können.

 

Hauptsymptome:

  • gedrückte, depressive Stimmung

  •  Interessenverlust und Freudlosigkeit

  •  Antriebsmangel und Ermüdbarkeit

Nebensymptome:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit

  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit

  • übertriebene Zukunftsängste oder "Schwarzsehen"

  • Suizidgedanken oder -versuche, Selbstverletzungen

  • Schlafstörungen

  • verminderter Appetit


Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 (International Classification of Diseases) sprechen Ärzte von einer leichten depressiven Episode, wenn mindestens zwei Hauptsymptome wie z.B. depressive Stimmung und Antriebsmangel und zwei Zusatzsymptome wie z.B. Schuldgefühle und Schlafstörungen auftreten. Bei einer mittelgradig depressiven Phase liegen zwei Hauptsymptome und mindestens drei, höchstens aber vier weitere Symptome vor. Schwere depressive Episoden werden diagnostiziert, wenn alle drei Hauptsymptome und mindestens vier zusätzliche Symptome vorhanden sind. Außerdem müssen die Beschwerden mindestens über zwei Wochen anhalten. Im amerikanischen Klassifikationssystem DSM-IV spricht man von „major depression“ (entspricht einer schweren depressiven Episode) und „minor depression“ bei einer weniger schweren Episode.

 

Von unipolarer Depression spricht man, wenn depressive Phasen, jedoch keine manischen Phasen auftreten. Treten außer den Symptomen der Niedergeschlagenheit, Antriebsarmut und Interesselosigkeit auch Phasen grundloser, übermäßig gehobener und distanzloser Stimmung (Manie) auf, liegt eine so genannte bipolare Störung vor. Bei ca. 20% der Patienten mit Depressionen verläuft die Erkrankung bipolar. In den letzten Jahren fanden sich Hinweise darauf, dass bipolare Störungen mit leichteren maniformen Symptomen noch häufiger sind und nicht selten unerkannt bleiben.

 

Eine Sonderform der Depression ist das Burnout, das eigentlich eine Erschöpfungsdepression ist.
Wer ausbrennt, muss gebrannt haben. Burnout ist eine umstrittene Diagnose. Während psychische Erkrankungen ansonsten stark stigmatisiert werden, war Burnout eine Weile sogar richtig 'in'. Ein burnout zu haben, scheint besser in eine Leistungsgesellschaft zu passen, als unter einer Depression zu leiden.

 

Da sowohl Angststörungen als auch Depressionen und posttraumatische Störungen in lebensbedrohlichen Zuständen gipfeln können durch die damit verbundene Suizidalität und selbstzerstörerische Handlungen, gehört die Behandlung dieser psychischen Erkrankungen immer in professionelle Hände.

 

Link:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de